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Das Gesetz von Karma, dem Kreislauf von Ursache und Wirkung, bildet auch die ethische Grundlage für Yoga, nach der jede Handlung Konsequenzen hat, ob in diesem oder in einem späteren Leben. Jeder trägt demnach die Verantwortung für seine Handlungen und kann im Rahmen seiner Möglichkeiten das Resultat seines Handelns beeinflussen. Entsprechend wird er Nutznießer eines guten Karmas oder aber er wird früher oder später unter schlechtem Karma zu leiden haben.

Der Begriff "Karma" kommt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie "Wirken, Tat". Dieses spirituelle Konzept gibt es im Hinduismus, Buddismus und Jainismus und basiert auf dem Glauben an den Zyklus der Wiedergeburt, solange das Karma - sei es gut oder schlecht - noch nicht aufgelöst ist. Die Gültigkeit des Ursache-Wirkungs-Prinzips geht dabei ohne Probleme über mehrere Lebensspannen hinweg. Die Folgen jeder Tat, die Wirkungen von Handlungen, Gedanken, Gefühlen und Worten in jeder Hinsicht, insbesondere deren Effekte auf den Handelnden, und deren Auflösung sind also der zentrale Punkt. Demnach entsteht Karma nicht durch die Be- oder Verurteilung oder Belohnung eines Gottes, der gnädig ist oder bestraft, sondern liegt in der Hand eines jeden Individuums. Letztes Ziel ist es, überhaupt kein Karma mehr zu erzeugen, um aus dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt aussteigen zu können.

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Der Weg des bewussten Handelns fußt auf dem Prinzip, unabhängig von Zuneigung und Vorlieben bewusst und selbstlos zu handeln. Ziel ist, Leid zu vermeiden oder zumindest, soweit es geht, zu mindern. Im Karma Yoga ist der Mensch nicht nur für jede seiner Handlungen – ob in Gedanken, Worten oder Taten – verantwortlich, sondern zugleich für alle Konsequenzen daraus verantwortlich. Das Dharma, die Aufgabe im Leben, ist zu erfüllen – unabhängig davon, was man dafür erhält. Karma Yoga wir vielfach auch als 'Yoga der Tat' bezeichnet und bedeutet ein Handeln, ohne Anhaftung an seine Taten. Deshalb wird Karma Yoga oft auch als Yoga des selbstlosen Dienstes verstanden.

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Patanjali nennt eine Vielzahl von Hindernissen, die den Geist immer wieder aus der Ruhe bringen und damit zu Leid führen; diese fasst er in den fünf Hauptverursachern, den Kleshas, zusammen. Dabei handelt es sich um grundlegende, tief sitzende Kräfte – allesamt menschliche Tendenzen, die sich wie ein Schleier über die Wahrnehmung legen und das gesamte Denken und Handeln beeinflussen. Diese Widerstände im Geist verhindern klares Sehen und damit den Weg in die Freiheit.

Die fünf Kleshas auf einen Blick

Innere Freiheit und Unabhängigkeit können nach Patanjali nur dann erreicht werden, wenn es gelingt, durch einen bewussten Umgang mit den Störfaktoren des Geistes deren Einfluss auf die eigene Wahrnehmung und das Handeln abzuschwächen. Der achtgliedrige Pfad stellt eine Art Hilfsprogramm zur Überwindung der Kleshas dar; er besteht aus einer Reihe konkreter, praktischer und auch heute noch sehr lebensnaher Vorgehens- und Verhaltensweisen.

 


Der Hatha Yoga geht von fünf Schichten oder Ebenen des Körpers aus. Diese sind nicht voneinander getrennt, sondern gehen vom Groben ins Feine – gleichsam vom Äußeren ins Innere. Dies ist eines der ältesten Bilder des Körpers, das sich bereits in den Upanishaden findet.

koerperschichten
Schematische Darstellung der Koshas

Annamaya Kosha: Der physische Körper
Dies ist die einzige greifbare Schicht, die sich aus den fünf Elementen Erde, Feuer, Wasser, Luft und Raum zusammensetzt und den physischen Körper bildet.

Pranamaya Kosha: Der Energiekörper
Damit ist die vitale Ebene des Körpers gemeint, die sowohl den physischen und als auch geistigen Körper mit Energie versorgt. Grobstofflich betrachtet beinhaltet diese Schicht den Blutkreislauf, das Atemsystem und den Stoffwechselkreislauf; auf feinstofflicher Ebene sind damit alle Energiekanäle gemeint, die Prana im Körper transportieren. Pranamaya Kosha stellt die Brücke zwischen Körper und Geist dar; daher setzen die Übungen des Hatha Yoga auf dieser Ebene an, um den Geist und die emotionale Verfassung des Übenden zu beeinflussen.

Manomaya Kosha: Der Informationskörper
Diese Schicht ist das Instrument, das Informationen über die Sinneseindrücke sammelt, und ebenso der Sitz aller Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, Ängste und Erinnerungen. Hier funken sozusagen ständig unbewusste Botschaften zwischen den Körperschichten hin und her.

Vijnanamaya Kosha: Der Körper der Weisheit
Dies ist der Ort der Intelligenz, die in der Lage ist, zu beobachten und die Informationen, die Manomaya Kosha zur Verfügung stellt, zu unterscheiden, zu analysieren, zu reflektieren und zu interpretieren. Idealerweise werden auf dieser Bewusstseinsebene Entscheidungen getroffen, die zu einem bewussten Handeln führen.

Anandamaya Kosha: Der Glückseligkeitskörper
Im Zentrum der Koshas befindet sich die Glückseligkeit. Diese Bewusstseinsebene, welche die Essenz der individuellen Seele (Atman) birgt, erreicht derjenige, der mit sich und der Welt im Reinen ist und weder von Karma, Samskaras noch von den Kleshas beeinflusst wird.

 

 
(1888–1989) prägte wie kaum ein anderer den körperbetonten Yoga, der heute in zahlreichen Stilvarianten im Westen gelehrt und geübt wird. Schon als Kind erhielt er den ersten Yoga- und Sanskrit-Unterricht und ließ Studien des Sanskrit, der Logik und Grammatik, Ausbildungen in den verschiedenen philosophischen Systemen Indiens und in der ayurvedischen Heilkunst folgen. Seine Yoga-Kenntnisse vertiefte Krishnamacharya sieben Jahre lang im Himalaya bei seinem Lehrer Ramamohan Brahmachari. Auf dessen Wunsch verzichtete er anschließend auf eine Karriere als Gelehrter; stattdessen wurde er Yoga-Lehrer und gründete in Mysore eine Schule, wo er nach und nach auch Frauen und westliche Schüler unterwies. Zu seinen berühmtesten Schülern gehören B.K.S. Iyengar, Patthabi Jois und T.K.V. Desikachar. Krishnamacharya ging in Indien regelrecht auf Tournee, um einer großen Zahl von Menschen den Yoga – wieder – nahezubringen. Er gilt als unumstrittener „Godfather“ des modernen Hatha Yoga – und alle später entwickelten körperbetonten Stile haben ihre Wurzeln im Yoga Krishnamacharyas.

Neben einer spirituellen Praxis stellte Krishnamacharya die Vorteile der Asana-Praxis in den Mittelpunkt seiner Lehre; dabei versuchte er nicht, den Menschen dem Yoga entgegenzuführen, sondern brachte jedem seiner Schüler auf individuellem Wege den Yoga nahe. Jeder seiner Schüler bekam ein auf ihn persönlich zugeschneidertes Übungsprogramm. Für Jugendliche etwa sah er eine Reihe von aufeinander aufbauenden, anspruchsvollen Übungssequenzen vor, die seine Schüler immer wieder neu herausforderten. Um die Konzentration seiner Schüler zu stärken, kombinierte er ihre Asanas mit Atemübungen und ließ die Sequenzen von einer Asana in die nächste fließend üben. So bereitete er diese Schüler auf eine spirituelle Entwicklung vor, die – trotz der Konzentration auf die Asana-Praxis – auch für Krishnamacharya das Ziel des Yoga blieb. Für Kranke hingegen setzte er gezielte Asana- und Atemübungen in Kombination mit ayurvedischen Heilbehandlungen ein, um bei den Schülern diese Hindernisse – denn Krankheit betrachtete er als Hindernis – auf dem Weg der spirituellen Entwicklung zu verringern und zu beseitigen.

Die Reise geht weiter

Es gibt zahlreiche Stilrichtungen, Philosophien, Strömungen und Methoden, die sich seither im Yoga entwickelt haben und beinahe täglich entstehen neue – mit immer neuen Schwerpunktsetzungen. Yoga boomt regelrecht – und das auf der ganzen Welt! Auch ist er inzwischen zu einem nicht zu vernachlässigenden Wirtschaftsfaktor geworden: Es gibt Yoga-Ausbildungszentren, -Studios, -Seminare, -Workshops, -Kleidung, -Zubehör, Yogi-Lebensmittel und noch vieles mehr. Ein Ende der wachsenden Yoga-Welt ist nicht in Sicht. Immer mehr Menschen lernen die mannigfaltigen Vorteile des Yoga kennen und schätzen, da jeder seinen Stil, mit dem sich der Weg in die innere Freiheit beschreiten lässt, finden kann. Verschaffen Sie sich einen Überblick bei Studios & Lehrer – dort finden Sie garantiert auch den Stil, der zu Ihnen passt.

 

oben
Das Wort Kriya Yoga stammt von der Sanskrit Wurzel kri, was soviel heißt wie “handeln” und wird als  “Yoga des achtsamen Handelns” bezeichnet.  Kriyas sind Reinigungstechniken, um sich seelisch, körperlich und geistig reinigen zu können - um so überhaupt zu einem achtsamen Handeln fähig zu sein. Kriya Yoga wird in den Yoga-Sutren des Patanjali, in der Hatha Yoga Pradipika und in Babji's Kriya Yoga beschrieben.

1. Kriya Yoga in den Yoga Sutren                                          

In den Yoga Sutren zeigt uns Patanjalis verschiedene Modelle, um den Weg aus der Unwissenheit (“avidya“) zu finden, die Kleshas in den Griff zu bekommen und um die Hindernisse auf dem Weg zu überwinden:

"Ein-Stufen Plan": isvarapranidhanadva (YS 1.23.) . Geben wir uns Gott hin mit unserem Tun, Denken & Handeln, dann können wir den Zustand von Yoga errreichen.

"Zwei-Stufen Plan":  abhyasavairagyabhyam tannirodhah  (YS 1.12.) . “Durch einfühlsame und beharrliche Kraft, die wir mit großer Demut und Gleichmut ausführen, kann man den Zustand von Yoga erreichen”.

Wichtig ist, dass unser sadhana - sei es pranayama, asana, meditation, etc.--, über eine lange Zeit beharrlich ausgeführt wird. Auf Neudeutsch bedeuet “Abhyasa” soviel wie: “Dran bleiben”, nicht den Mut verlieren, konsequent bleiben und dabei nicht verbissen an einem Ziel anhaften und über seine Kräfte hinaus gehen und - aus purer Ambition oder übertreibenen Leistungsdenken  – sich selbst schaden. “Vairagya” beinhaltet, loslassen zu können: “fünf gerade sein lassen”.

"Drei-Stufen Plan": “tapahsvadhyayesvarapranidhanani kriyayogah  (YS 2.1.) Patanjali rät uns, all unser Tun, Denken und Handeln mit folgenden drei Qualitäten zu versehen: Herzblut, Selbstreflexion, Selbstdisziplin und Hingabe an Gott. Mit tapas ist Selbstdisziplin, Leidenschaft, Herzblut gemeint. Svadhyaya: Selbststudium, sich selbst kennenlernen durch Meditation, Asana, Studieren der Schriften. Isvara pranidhana  Unsere Gedanken, Worte und Taten opfern wir hingebungsvoll Gott (andere Übersetzungen bzw. Interpretationen: Vertrauen in eine höhere Kraft, seine eigenen Grenzen erkennen und akzeptieren)

2. Kriya Yoga in der Hatha Yoga Pradipika                     

Die Hatha Yoga Pradipika befaßt sich im Gegensatz zu den Sutren hauptsächlich mit dem Körper. Der Körper soll so rein wie möglich sein, dann kann man über diesen Weg auch zur Erleuchtung kommen. Die Kriya Techniken werden benutzt, um die drei Doshas in Einklang zu bringen und so verbinden sich in der H.Y.P. Yoga und Ayurveda. Die Nadis sollen gereinigt werden. Die Shat Krama Kriyas galten lange Zeit als Geheimlehre, damit man die Techniken nicht mißbraucht, um damit Geld zu machen ( Fakire, Okkultismus, etc.). Die einzelnen Shat Karma Kriyas:

1. Dauti (zb. Zähne putzen, Zungenreinignung, Ohren/, Augenspülung, Darmreinigung,..), 2. Basti/Vasti (Einlauf), 3. Neti ( Nasale Reinigung, mit Wasser oder Faden ), 4. Trataka ( Fixieren, ohne die Augen zu schließen einen Gegenstand fixieren), 5. Nauli ( Verdauung stimulieren, Darm, innere Organe reingen mit Bauchmuskelkontraktion ), 6. Kapalabhati  (Schädelleuchten) . In der Technik werden die Atem, - Luftwege und Lungen gereinigt und sehr viel Energie nach oben transportiert, deshalb der Name "Schädelleuchten".

3. Babaji`s Kriya Yoga

Babaji`s Kriya Yoga versteht sich als “eine wissenschaftliche Kunst der vollkommenen Einheit mit der göttlichen Wahrheit und der Selbstverwirklichung.” Dabei handelt es sich um alte Lehren aus der Tradition der 18 Siddhas, die von einem berühmten Meister aus Indien, Babaji Nagaraj, wiederbelebt wurden. Sie beinhalten eine Serie von 144 Techniken oder “Kriyas”, die in fünf Phasen aufgegliedert sind. Große Bekanntheit erlangte das Kriya Yoga durch Paramahamsa Yogananda. 1920 brachte Yogananda die Botschaft des Kriya Yoga in den Westen. In seinem berühmten Buch "Autobiographie eines Yogi" beschreibt er den  Kriya-Yoga anschaulich und lebendig. Diese Schrift von Paramahansa Yogananda zeigt auf, wie hilfreich und nützlich dieser Weg gerade auch für Menschen der modernen westlichen Welt ist. Ursprünglich wurde die Methode vom "unsterblichen" indischen Meister Babaji weitergegeben. Sein Schüler Lahiri Mahasaya entwickelte die Prinzipien des Kriya zu einer spezifischen Serie von Meditations- und Pranayama-Praktiken und gab sie an tausende von Schülern weiter. Die meisten von ihnen lebten – ähnlich wie er – mit der Verantwortung von Familie und Arbeit in der Welt, während sie gleichzeitig Kriya Yoga praktizierten.

Die angewandten Techniken werden streng geheim gehalten. Kriya Yoga wird ausschließlich im Ashram nach einer „Einweihung“ weitergegeben, wobei die Schüler sich zum Schweigen verpflichten. Yogananda bezeichnet den Kriya Yoga als „Schnellstraße zu Gott“. In seinem Buch definiert er die einfache, psychophysiologische Methode, durch die das Blut dekarbonisiert und mit Sauerstoff versorgt“ wird. Dies führt zu einer Verjüngung und Erneuerung des ganzen Körpers. Kriya Yoga wird als ein Set von Übungen beschrieben, das anstrengungslos, ohne Forcierung oder übertrieben langes Anhalten des Atems, zum höchsten yogischen Zustand des Nirvikalpa Samadhi führt.


Die Kriya Yogis beschreiben ihre fünf Techniken wie folgt:

Kriya Hatha Yoga: beinhaltet "Asanas", Körperhaltungen der Entspannung, "Bandhas", Muskelblocks, und "Mudras", Handhaltungen, die alle zu größerer Gesundheit führen, zu Frieden und zum Erwachen der Hauptenergiezentren, der Chakras. Babaji hat eine effektive Reihenfolge von 18 Körperhaltungen ausgewählt, die in Stufen und paarweise unterrichtet werden. Man kümmert sich um den physischen Körper nicht um seiner selbst willen, aber in der Eigenschaft als Tempel des Göttlichen.

Kriya Kundalini Pranayama:  Diese Technik ist eine kraftvolle Atemübung, welche starke latente Energien erweckt und diese durch die 7 Hauptchakren in Umlauf bringt, welche sich zwischen der Basis der Wirbelsäule und der Krone des Kopfes befinden. Sie erweckt die mit den Chakren in Verbindung stehenden psychologischen Zustände und entwickelt einen energetischen Dynamo auf allen fünf Ebenen der Existenz.  

Kriya Dhyana Yoga: Meditation, die wissenschaftliche Kunst den Geist zu meistern: zur Reinigung des Unterbewußtseins, zum Entwickeln von Konzentrationskraft, für mentale Klarheit und Einsicht, zur Erweckung intuitiver und schöpferischer Fähigkeiten, und zum Erreichen des atemlosen Zustands der Vereinigung mit Gott, "Samadhi"                                        

Kriya Mantra Yoga: das mentale Aufsagen und Wiederholen von subtilen Klängen zur Erweckung der Intuition, des Intellekts und der Chakras. Das Mantra wird zu einem Ersatz für das "Ich" - zentrierte mentale Geplapper und erleichtert die Aufnahme großer Energiemengen. Außerdem reinigt das Mantra von gewohnheitsmäßigen unbewußten Neigungen.

Kriya Bhakti Yoga: Aktivitäten der Hingabe und des Dienstes zur Erweckung der reinen Göttlichen universellen Liebe und des spirituellen Segens. Dies beinhaltet das Chanten und Singen, Zeremonien, Pilgerfahrten und Anbetung.

Welcher Ansatz auch immer befolgt wird: Wenn wir unsere alltäglichen Aktivitäten bewußt in Richtung Harmonie, Achtamkeit und Aufmerksamkeit lenken, kann das Kriya Yoga, das Yoga des Handelns, zu mehr Frieden, Glück und Zufriedenheit führen.

Autorin: Iwie Hartmann


Quellen:
“Autobiografie eine Yogi von Paramahamsa Yogananda”
“Die Kriya Yoga Sutren des Patanjali und der Siddhas”
“Jivamukti Yoga von Sharon Gannon und David Life”
www.babaji.de
www.babaji.ca

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Der Überlieferung nach liegt Kundalini (sanskr.: Schlange) eingerollt an der Basis der Sushumna, der zentralen Nadi, und blockiert deren Energiefluss. Durch einen ausgeglichenen Energiefluss in den beiden anderen Haupt-Nadis und aktiven Chakren erwacht Kundalini, rollt sich auf und gibt den Weg frei für die kosmische Energie (Shakti), die nun endlich die Sushumna hinaufschießen und sich mit dem kosmischen Bewusstsein (Shiva) vereinen kann. Shakti empfindet unendliche Wonne und tiefe Freude, endlich dort zu sein, wo sie zu Hause ist. Aufgrund dieses mythologischen Bildes wird der Hatha Yoga auch oft Kundalini Yoga genannt. Manche Yoga-Schulen beschäftigen sich ausdrücklich mit der Kundalini und bereiten mit ihren Übungen den Körper auf die emporsteigende Energie vor. Ziel ist es, die Chakren zu reinigen, damit die Kundalini ungehindert aufsteigen kann. Im modernen Yoga wird Kundalini auch mit dem sogenannten inneren Schweinehund verglichen, den es in der Praxis zu überwinden gilt, indem man sich immer wieder neue Widerstände oder Blockaden vornimmt und sich an ihnen „reibt“.

Die Kundalini beschreibt die eingerollte Schlange. Wem es gelingt, diese Kraft in Bewegung zu setzen, wird ohne den geringsten Zweifel befreit.
(Hatha Yoga Pradipika III, 108)

 


Meditation – eine altbewährte Methode

Seit mehr als zwei Jahrtausenden wird Meditation in zahlreichen Ländern und Kulturen praktiziert – als wirksame Methode, mit der Menschen in ihr Innerstes blicken. Heutzutage wird sie insbesondere im Westen vielfach vor allem dazu genutzt, den Geist zu besänftigen und zu innerer Ruhe und Gelassenheit zu finden. Daher bietet Meditation etwas für Menschen auf der Suche nach Spiritualität und auch für diejenigen, die pragmatischer denken und zunächst nicht diese Ausrichtung haben. Doch das ist bei Weitem nicht alles. Meditation bedeutet darüber hinaus, sich für die Dauer einer Sitzung uneingeschränkt auf ein ausgesuchtes Objekt einzulassen: Das kann das Selbst, ein anderes Lebewesen, ein Gegenstand, eine Situation, ein Wort, ein Gefühl oder auch nur der eigene Körper, der eigene Atem sein. Sich ausschließlich darauf zu konzentrieren, das Objekt zu beobachten und alle Veränderungen während dieser Beobachtung wahrzunehmen, ohne darauf zu reagieren: Das ist der Kern jeder Meditation, um auf diese Weise etwas über sich oder auch über andere sowie über das Leben schlechthin zu erfahren.

Konzentration finden

In der Regel ist der Geist ein rastloser Geselle, der von einem Gedanken zum nächsten springt. Die meisten Gedanken werden in ähnlicher Form tausend Mal gedacht, ohne sich dabei weiter zu entwickeln oder tiefer zu gelangen. Deshalb schadet es mitunter nicht, sich eine Pause von den ausgetretenen Denkpfaden, den eigenen Gedankenmustern zu verordnen, um sich erneut zu spüren und gleichsam in sich hinein zu horchen sowie die eigene Natur aufzuspüren. Die Vorstellung, einfach nur zu sitzen und nichts zu tun, mag zunächst ein wenig befremdlich sein und am Anfang schwer fallen. Mit etwas Übung jedoch wird es immer leichter, sich selbst eine kleine Oase der Ruhe und Stille zu gönnen, um den Geist zu bündeln und Konzentration zu finden.

Das Ziel: Erkenntnis

Die Meditation (sanskr. dhyana) ist das siebte Glied auf Patanjalis achtgliedrigem Pfad mit dem Ziel, Samadhi, die achte Stufe – Erkenntnis oder Erleuchtung – zu erreichen. Im Hatha Yoga ist sie gleichfalls wesentlicher Bestandteil der Yoga-Praxis auf dem Weg zur Erkenntnis. Wie dieser Zustand aussehen und empfunden werden kann, stellt eine ausgesprochen persönliche Erfahrung dar, die nur annähernd beschrieben und in Worte gefasst werden kann. So wird zum Beispiel der Eindruck beschrieben, dass sich Grenzen auflösen oder dass der Meditierende mit dem Gegenstand seiner Meditation verschmilzt. Beschreibungen tieferreichender Meditationen versuchen, die veränderte Energieerfahrung zu vermitteln wie die, dass der Atmende und der Atem zum Atmen selbst werden. In der klassischen Literatur zum Yoga finden sich zahlreiche weitere Formulierungen der Meditationserfahrung; darin wird ihr Ziel als ein Zustand umfassender Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit (sanskr. sat-chit-ananda) beschrieben.

Positive Effekte der Meditation

Der Geist wird oft mit einem See verglichen, dessen Oberfläche von permanenten Wellen der Gedanken bewegt wird. Kommen die Gedanken zur Ruhe, wird der See ruhig und klar, bis der Grund deutlich zu erkennen ist. Die Dinge können so gesehen werden, wie sie sind, ohne Verzerrung oder Trübung. Genau dies kann Meditation bewirken. Die Wirkungen von Meditation sind mannigfaltig und mit etwas Übung werden einzelne oder alle genannten Effekte spürbar.

Meditation

  • stärkt den gesamten Organismus und lädt gleichsam die „Akkus“ wieder auf;
  • führt zu Ruhe und Gelassenheit, Ausgeglichenheit und Balance;
  • fördert das Konzentrations- und Leistungsvermögen;
  • verbessert das allgemeine körperliche, geistige und seelische Wohlbefinden;
  • erforscht die eigene Persönlichkeit bis in die Tiefe und bis zur Entdeckung des wahren Selbst;
  • hebt Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, weil Kräfte und Stärken immer besser kennengelernt und mobilisiert werden können. Ebenso werden Schwächen besser verstanden und akzeptiert;
  • lässt Bedürfnisse besser verstehen und fördert dadurch das „Gut-zusich-sein“;
  • vermittelt tiefe Erkenntnisse über Eigenschaften und Qualitäten des universellen Seins und Bewusstseins.

Meditation in der Praxis

Es gibt eine Vielzahl von Meditationstechniken, die am besten mit einem Lehrer oder einem guten Anleitungsbuch gelernt werden, z.B. „Yoga: Das grosse Praxisbuch für Einsteiger & Fortgeschrittene“. Naturgemäß lassen sich Meditationsübungen nur schwer bebildern, aber hier finden Sie eine kleine Auswahl zur Illustration.

 


Bis ins 16. Jahrhundert hinein blieb in Indien Hatha Yoga sehr populär. Entwicklungen einer zunehmend strengreligiösen Ausrichtung im Hinduismus führten jedoch dazu, dass niedere Kastenangehörige sowie Frauen vom Übungsweg des Yoga ausgeschlossen wurden – mit der Folge, dass der Weg des Yoga nahezu vollkommen aus dem Leben der Inder verschwand. Dennoch blieb das Yoga-Wissen über Jahrhunderte hinweg erhalten und erlebte seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine weit über Indien hinaus wirkende Renaissance – zunächst vor allem durch religiöse Neuerungsbewegungen, welche die alten Yoga-Praktiken neu belebten. Einer der Wiederentdecker des Yoga wurde der indische Philosoph Sri Aurobindo Ghose (1872–1950), der mit seinem Konzept des „Integralen Yoga“ eine dogmenfreie Verbindung zwischen allen Religionen zu schaffen suchte.

Erste Schritte in den Westen
Swami Vivekananda (1863–1902), einer der Begründer des Neuhinduismus, widmete sich zeitlebens dem Ziel, die vedischen Lehren auch im Westen bekannt zu machen. Das Jahr 1893, in dem Vivekananda eine Rede vor dem Weltparlament der Religionen in Chicago hielt, kann als Geburtsjahr des Yoga im Westen betrachtet werden: Hier stellte er die Praktiken des Yoga, welche die Rishis (indische Weise) auf der Suche nach einem zufriedenen und glücklichen Zustand über Tausende von Jahren entwickelt hatten, erstmals einem großen westlichen Auditorium vor. Seither war der Einzug des Yoga in den Westen nicht mehr aufzuhalten.

Die Modernisierer alter Traditionen
Neben zahlreichen anderen Yogis haben vor allem zwei weitere Inder den Yoga zu dem gemacht, wie er heute weltweit bekannt ist: Swami Sivananda Saraswati und T. Krishnamacharya.


Mudras sind Haltungen der Hände zur Konzentration auf den Energiefluss. Sie helfen, die Energie bewusst im Körper erfahrbar zu machen und zu lenken. Die unterschiedlichen Mudras haben darüber hinaus jeweils eine symbolische Bedeutung.

mudras

Aus der Vielzahl der Mudras hier eine kleine Auswahl der wichtigsten:

  1. Jnana Mudra: Die Vereinigung des individuellen Selbst (Zeigefinger) mit dem Kosmos (Daumen).
  2. Dhyana Mudra: Geste der Meditation. Es transformiert jede Anhaftung in klare Wahrnehmung.
  3. Anjali Mudra: Das Mudra bedeutet Gabe, Opfergabe, Hingabe. Oft wird es mit dem Wort „Namaste“ verbunden: „Die Göttlichkeit in mir verbeugt sich vor der Göttlichkeit in dir“.

 


Die männliche Energie wird durch die Form der Sonne symbolisiert (sanskr. ha) und wird mit Wärme, Motivation, Schwung, Entschlossenheit, Aktivität und der extrovertierten, den Verstand betonenden Seite des Menschen verbunden. Die weibliche Energie zeigt sich in Form des Mondes (sanskr. tha) und wird mit Kühle, Passivität, Fantasie und der gefühlsbetonten, liebevollen und intuitiven Seite des Menschen verbunden. Die Welt besteht zwar aus Dualismen, aber alles, was auf den ersten Blick gegensätzlich erscheint, erweist sich aus der Sicht der Hatha Yogis als zwei Seiten der gleichen Medaille und gehört zusammen. Deshalb zielt der Hatha Yoga darauf ab, beide Seiten zu vereinigen und zu harmonisieren.

 


Als Nadis werden die Energiekanäle bezeichnet, die die Lebensenergie (Prana) im Körper transportieren. Der Überlieferung nach gibt es 72.000 Nadis, welche die Rishis (indische Weise) in tiefer Meditation erspürt haben. Die drei wichtigsten Nadis sind Sushumna, Ida und Pingala.

Sushumna: Sie fängt am Steißbein an und verläuft durch die Wirbelsäule entlang der Chakren bis zur hinteren Kopfmitte. Sie ist normalerweise nicht aktiv und hat nur einen geringen Energiestrom, da sie von Widerständen im Körper und Geist blockiert ist.

Ida & Pingala: Beide beginnen an der Basis der Wirbelsäule, schlängeln sich um die Wirbelsäule herum und kreuzen sich sechsmal unterhalb der Chakren bis zu den Nasenlöchern. Ida endet links und wird mit der weiblichen Energie verbunden; Pingala endet rechts und wird mit der männlichen Energie verbunden. Ida und Pingala verbinden die linke und rechte Körperhälfte miteinander.

Aktivierung von Sushumna: Wenn Sushumna nicht aktiv ist, fließt die Energie abwechselnd durch diese beiden Nadis hindurch (und zwar im Wechsel von etwa 60–90 Minuten). Normalerweise ist der Energiefluss daher nicht ausgeglichen. Der Hatha Yogi strebt den Ausgleich von Ida und Pingala an, weil erst dann Sushumna deblockiert und aktiv wird. Kann die Energie durch Sushumna fließen, werden die Chakren aktiviert. Wenn es dort keine Blockaden gibt und der Energiestrom stark genug ist, schießt die Energie direkt bis ins letzte Chakra (in der Krone des Kopfes), in dem sich das universelle Bewusstsein mit dem individuellen Bewusstsein vereinigen kann.

chakrenDiagramm der Nadis in Sanskrit: Der Überlieferung nach verlaufen 72000 Energiekanäle durch den menschlichen Körper.

 


So einleuchtend die Niyamas als Richtlinien für den Umgang mit sich selbst auch sein mögen, so tückisch erweisen sie sich manchmal im Alltag: Den Körper rein zu halten, erscheint noch einfach; aber alle Gedanken? Damit wird es schon schwieriger. Auch die Zufriedenheit wird angesichts zahlloser alltäglicher Versuchungen immer wieder auf die Probe gestellt. Das „brennende Verlangen“, die Disziplin, wird allzu oft von einer plötzlichen und unerklärlichen Trägheit gebremst. Selbstreflexion ist anstrengend, und wie oft möchte man gar nicht so genau in die eigenen tiefen Abgründe blicken? Leicht erscheint es dagegen, die eigenen Grenzen zu erkennen, was allerdings nicht heißt, dass sich nicht trefflich damit hadern ließe. Da hilft nur eines: weitermachen, sich nicht überfordern, kleine Schritte gehen und sich nicht von Rückschlägen verunsichern lassen!

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Die Yogapraxis muss drei Qualitäten aufweisen: Disziplin, Selbststudium und Akzeptanz der eigenen Grenzen. (Yoga-Sutra 2.1.)

Patanjalis Kriya Yoga stellt sozusagen die Kurzfassung des achtgliedrigen Pfads dar: Die drei Verhaltensweisen Disziplin, Selbststudium und Akzeptanz im Umgang mit sich selbst hebt Patanjali als besonders wirkungsvoll hervor.

 


OM ist das heiligste Mantra und wird gleichermaßen von Yogis, Hindus und Buddhisten gesungen. OM ist der universelle Urklang. Im Sanskrit setzt sich OM aus den Buchstaben a und u, die in der Kombination zu o werden, und dem Nasallaut m zusammen. Es kursieren zahlreiche Bedeutungen dieser drei Buchstaben, meistens wird damit jedoch der Anfang, die Mitte und das Ende verbunden – und so die Silbe OM als Abbild der vollständigen Wirklichkeit in ihrer Vollkommenheit verstanden.

 

 
Die Techniken des Yoga wurden erstmals zwischen 200 v. und 200 n. Chr. von Patanjali in den Yoga-Sutras (sanskr. sutra: Leitfaden) systematisch zusammengefasst. Patanjalis Yoga wird auch klassischer Yoga, Raja Yoga oder Kriya Yoga genannt. Die genauen Hintergründe ihrer Entstehung sind nicht bekannt. Ob sich hinter dem Namen -Patanjali eine einzelne Person, eine Brahmanenfamilie oder ein Zusammenschluss von Weisen verbirgt, bleibt bis heute im Dunkeln. Einer Legende nach befahl Vishnu seiner Schlange Adisesha, in Patanjali zu inkarnieren, damit sie den Menschen eine praktische Form des Yoga bringe.

Philosophie und Psychologie in einem

Die insgesamt 195 Sutras bestehen aus kurzen, prägnanten, jedoch bedeutungsvollen Sätzen. Wie in der modernen Psychologie wird hier die Funktionsweise des Geistes beschrieben, und welche Hindernisse, Schwierigkeiten und Störungen im Geist auftreten können, die Selbsterkenntnis und reflektiertes Handeln verhindern. Als Weg zu einer positiven Veränderung des Geistes empfehlen die Yoga-Sutras Patanjalis den sogenannten „achtgliedrigen Pfad“. Wird dieser Pfad befolgt, lassen sich die Ursachen des Leids erkennen und in der Zukunft vermeiden. So wird der Weg zur Selbsterkenntnis frei.

„Monkey Mind“ – Der Geist springt hin und her

Nach Patanjali besteht eine wesentliche Eigenschaft des Geistes darin, dass er sich normalerweise weigert, im Hier und Jetzt zu verharren. Vielmehr springt er wie ein Affe von Gedankenast zu Gedankenast. Er ist ständig rastlos in Bewegung und nicht auf den Augenblick konzentriert, sondern beschäftigt sich gleichzeitig mit den verschiedensten Dingen: mit Geschehnissen aus der Vergangenheit, mit Planungen für die Zukunft und mit allen Sinneseindrücken, die er währenddessen zu verarbeiten hat.

Gleichzeitig interpretiert der menschliche Geist üblicherweise alles, was gesehen, wahrgenommen und erlebt wird. Dabei lässt er sich von seinen Gedankenmustern, Gewohnheiten, Glaubenssätzen, Vorstellungen und Konditionierungen (im Sanskrit samskara genannt) leiten, die er im Verlauf seines Lebens erlernt und sich durch Wiederholung angewöhnt hat. Sie ziehen sich wie eine Furche durch den Geist und lassen den Geist nur schwer aus diesen Bahnen ausbrechen – unabhängig davon, ob sie gut oder schlecht, richtig oder falsch sind. Kein Wunder also, dass der Geist bei all diesen Aktivitäten in aller Regel unruhig ist – was zur Folge hat, dass auch die menschlichen Handlungen oftmals unkonzentriert und unreflektiert sind. Bewusstes Handeln dagegen setzt die Klarheit des Geistes voraus – eines Geistes, der zur Ruhe gekommen ist. Vor diesem Hintergrund entwickelte Patanjali den achtgliedrigen Pfad, mit dem Ziel, den Geist zur Ruhe zu bringen.

Ziel: Ein ruhiger Geist im Hier und Jetzt

Es wird stets die Aufgabe des Geistes bleiben, unaufhörlich zu denken und zu interpretieren – dafür ist er schließlich da. Es geht daher im Yoga nicht darum, den Geist auszuschalten, sondern vielmehr um die Fähigkeit, sich von seinem Hin und Her nicht beeindrucken zu lassen und stattdessen die gesamte Aufmerksamkeit auf einen einzigen Gegenstand, eine Sache auszurichten. So wird die Wahrnehmung klar und nicht mehr durch die Vielbeschäftigung des Geistes getrübt. Bewusstes und konzentriertes Handeln im Hier und Jetzt wird möglich – ein wahrhaft hohes Ziel. Jedoch legt einem der Geist auf dem Weg dorthin permanent Steine in den Weg: die Kleshas.

yogascittavrttinirodhah
Yoga ist, wenn die Bewegungen des Geistes zur Ruhe kommen. (Yoga-Sutra 1.2.)
Citta: Der Geist, das Meinende, der Verstand, der alles interpretiert, was wahrgenommen wird.

tada drastuh svarupe vasthanam
Dann entsteht die Fähigkeit jenseits aller vorgefassten Meinungen und Vorstellungen das Wahre zu erkennen. (Yoga-Sutra 1.3.)

 


Ob als sanftes oder anspruchsvolles Fitnesstraining, als Therapieform, ethischer Lebensstil, als spirituelle Erfahrung oder – und dies keineswegs zuletzt – aus reinem Spaß an der Freude und als Quelle des Vergnügens: Es gibt viele Gründe, sofort mit Yoga anzufangen.

Yoga:

  • steigert Ausdauer, Kraft und Flexibilität
  • stärkt Vitalität und Energie
  • verbessert das eigene Körpergefühl
  • reduziert Verspannungen und Schmerzen
  • verzögert den Alterungsprozess
  • lindert Altersbeschwerden
  • führt zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit
  • verhilft zu größerer Stressresistenz
  • steigert die Lebensqualität und geistige Fitness
  • fördert Mut, Durchhaltevermögen und Konzentration
  • stärkt die eigene Zentriertheit und geistige Klarheit
  • bringt Körper, Geist und Seele in Einklang
  • eröffnet neue Perspektiven und Denkansätze
  • hilft, Verhaltensmuster und Gewohnheiten zu erkennen und sie zu überwinden
  • führt zu mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein
  • beschreibt einen ethischen Verhaltenskodex
  • bietet Raum für spirituelle Entwicklung

Yoga kann am eigenen Leib erfahren werden. Und das Wunderbare ist: Yoga zeigt sofortige und unmittelbare Wirkung!

„Yoga besteht zu 1 % aus Theorie und
zu 99 % aus Praxis und Erfahrung.“
(Patthabi Jois, * 1915)

„Regelmäßige Yoga-Übungen helfen, der Hektik des Alltags gelassen und standhaft entgegenzutreten.“
(B.K.S. Iyengar, * 1918)

 


Prana ist die im Körper zirkulierende Lebensenergie. Durch verschiedene Atemtechniken versucht der Yogi, im Zusammenspiel mit der körperlichen Praxis, Widerstände im Körper aufzuspüren. Mit den einzelnen Übungen lenkt er die Energie genau an diese Stellen, um Blockaden zu lösen. Er knipst also, bildlich gesprochen, das Licht an, um mehr zu sehen und spirituell auf eine höhere Ebene zu gelangen.

 

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Pranayama: Lenkung der Energie. Das Sanskrit-Wort pranayama enthält eine Reihe von Bedeutungen: pra – Bewegung; na – fortdauernd, ständig; prana – Energie; yama – Kontrolle, Lenkung; ayama – Ausdehnung, Ausbreitung. Der Begriff lässt sich daher am ehesten mit „Energielenkung“ oder „Energieausdehnung“ übersetzen. Das Mittel dafür ist die Atmung.

Der Atem: Spiegel von Körper und Geist
Im täglichen Leben spiegelt der Atem vielfach unseren Geisteszustand wider, da jeder Gedanke und jedes Gefühl sich in Form von Ent- oder Verspannung, Ruhe oder Unruhe, Angst oder Aufnahmebereitschaft äußert und eine biochemische Reaktion im Körper hervorruft. Auch im Sprachgebrauch finden sich häufig Redewendungen, die auf die Beziehung zwischen Körper, Geist und Atem eingehen: Der Atem stockt, man muss erst einmal tief Luft holen, es bleibt einem die Luft weg, man muss zu Atem kommen oder man ist atemlos – um hier nur einige Beispiele zu nennen. Ist man entspannt, ist der Atem frei, tief und ruhig. Wer jedoch – aus welchen Gründen auch immer – innerlich in Aufruhr ist, bei dem wird die Atmung flach, hektisch und unregelmäßig.

Ein ruhiger Geist dank Pranayama
So wie der Geist auf den Atem wirkt, lässt sich umgekehrt auch der Geist von der Atmung beeinflussen. Genau das ist die Funktion von Pranayama, dessen Übungen bei Patanjali als vierte Stufe des achtgliedrigen Pfads wie auch im Hatha Yoga als zentraler Teil der Yoga-Praxis angesehen werden. Diese jahrtausendealten Techniken sind bewusst gesteuerte Atemübungen, mit denen ein Effekt im Geist und im Körper hervorgerufen wird. Dank ihnen werden Geist und Körper ruhig und Blockaden im energetischen Körper können verringert oder gar ganz überwunden werden. Durch bewusste Veränderungen der normalerweise unbewussten Atemmuster wird nicht nur eine Einheit von Atem, Geist und Körper hergestellt, sondern gleichzeitig werden Geist und Körper mit Lebensenergie versorgt.

Atembewusstsein schaffen
Kaum etwas geschieht automatischer und ungesteuerter als die natürliche Atmung und kaum etwas wird weniger Beachtung geschenkt als ebendieser lebensnotwendigen Tätigkeit. Die natürliche Atmung ist oft flach, unregelmäßig und mit unbewussten Atempausen
versehen, was einen zerstreuten, unkonzentrierten oder angespannten Geist widerspiegelt. Allein dies zu beobachten, ohne dabei die natürliche Atmung zu verändern, ist gar nicht so einfach. Häufig vertiefen sich die Atemzüge automatisch, sobald sich Konzentration und Bewusstsein darauf richten. Dennoch ist das Atembewusstsein – das Beobachten der natürlichen Atmung, ohne sie zu verändern – die Vorstufe für jedwede Atemübung, um den eigenen geistigen und körperlichen Zustand zu verstehen und die Wirkung einer anschließenden Atemübung wahrnehmen zu können.

Pranayama in der Praxis
Die Atemübungen dienen im Anschluss an die Asana-Praxis als gute Vorbereitung für die Meditation, da Pranayama auch als Brücke zwischen Körper und Geist angesehen wird. Manche der auf den folgenden Seiten vorgestellten Techniken können auch vorher geübt werden, andere wiederum lassen sich hervorragend mit der Asana-Praxis kombinieren.

Ein wenig Vorsicht ist geboten
Wenn Sie mit Atemu?bungen noch nicht vertraut sind, sollten Sie sich von einem Lehrer einführen lassen. Mit ein wenig Übung können die Techniken anschließend allein angewandt werden. Vorsicht ist aber immer geboten: Nähern Sie sich der Pranayama-Praxis langsam und Schritt für Schritt an, da durch Fehlatmung unter Umständen auch ungewollte körperliche Reaktionen wie z. B. Schwindelgefühle hervorgerufen werden können.

Es gibt eine Vielzahl von Pranayamatechniken, die am besten mit einem Lehrer oder einem guten Anleitungsbuch gelernt werden, z.B. „Yoga: Das grosse Praxisbuch für Einsteiger & Fortgeschrittene“.

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