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Unter Pranayama wird eine bewusste Lenkung der Energie verstanden, das heißt das Regulieren und die Ausdehnung des Atems. Durch das Einüben einer bewusst gesteuerten Atmung werden Körper und Geist beruhigt, wodurch Blockaden aufgelöst werden und in der Folge Energie besser fließen kann. Mehr dazu unter Pranayama.

tatah ksiyate prakasavaranam
Wenn Pranayama regelmäßig geübt wird, verringern sich die Blockaden, die eine klare Wahrnehmung verhindern. (Yoga-Sutra 2.52.)

 

 

Sich zurückziehen, sich besinnen, zur Ruhe kommen - all das ist ja im täglichen Leben nicht besonders einfach, stürmen doch sekündlich Tausende von Sinneseindrücken auf uns ein. Eindrücke, die in Windeseile sortiert und beurteilt werden wollen, um zu entscheiden, ob eine Aktion erforderlich ist oder nicht. Mit Pratyahara jedoch entziehen Sie sich diesem lustigen Treiben.

Pratyahara bedeutet das Zurückziehen der Sinne: Diese sind gleichsam wie offene Türen im Geist, der sich allem zuwendet, was durch die jeweilige Tür auf ihn zukommt. Das ist einerseits lebensnotwendig, da die Sinne den Kontakt zur Außenwelt herstellen. Zum anderen besteht ständig die Gefahr der Reizüberflutung und der Ablenkung von der Konzentration auf eine Beschäftigung. Mit Pratyahara lernt man, die Sinnestüren zu schließen, sodass der Geist die äußeren Reize zwar noch wahrnimmt, aber nicht mehr auf sie reagiert.

 

 
Diese radikale monolistische Sicht auf die Welt (Wirklichkeit und Illusion) wurde von Generationen von Yogis, die auf der Basis der Yoga-Sutras des Patanjali Yoga praktizierten, nicht vollständig geteilt. Sie bedienten sich der globaleren Sicht, die der dualistischen Weltsicht entsprach: Danach teilt sich die Welt auf in das universelle Bewusstsein (Purusha) und das individuelle Bewusstsein (Prakriti). Purusha ist die göttliche Instanz, der wahres Sehen möglich ist und die ein kosmisches Bewusstsein von Unsterblichkeit besitzt. Purusha ist beständig, zeitlos, real und unwandelbar, sozusagen der Urzustand, der sich in Atman, dem göttlichen Kern in jedem einzelnen Menschen, manifestiert. Prakriti wiederum ist die wandelbare Materie, die äußere Schale, die aus allem, was gesehen und wahrgenommen werden kann, besteht. Diese Materie manifestiert sich in drei Formen, den sogenannten Gunas.

 

 
Raga, einem der Kleshas, drückt den Wunsch nach Bedürfnisbefriedigung aus und dem Festhalten an Vorlieben – was sich auch in einer regelrechten Gier oder in Süchten ausdrücken kann. Dahinter verbergen sich gute Erfahrungen, die man zumindest einmal gemacht hat und daraufhin immer wieder erleben möchte. Das Glücksverlangen allein steuert das Handeln.

 


Grundlage für diese auch Königsweg genannte Richtung sind die Sutras von Patanjali. Der Raja Yogi folgt dem achtgliedrigen Pfad Patanjalis und schenkt insbesondere den letzten drei Gliedern besondere Bedeutung. Er besitzt mit seinem Geist, seinem Körper und seinem Atem Werkzeuge, um zu Selbsterkenntnis zu gelangen.

 

obenOsho
Never Born -
Never Died -
Only visited this planet Earth between
Dec 11, 1931 - Jan 19, 1990
 
Diese Worte, die auf Oshos eigenen Wunsch in die Marmorplatte seiner letzten Ruhestätte eingemeißelt wurden, lassen schon vermuten, dass es sich bei Osho um einen außergewöhnlichen Menschen gehandelt hat.

Oshos Lebensstationen

Rajneesh Chandra Mohan – heute eher bekannt unter Bhagwan und später Osho – wurde 1931 in Indien geboren. Mit 21 Jahren sei er – so behauptet Osho – erleuchtet worden. Zunächst schloss er aber sein Philosophiestudium ab und lehrte als Professor am Raipur Sanskrit College und an der Universität von Jabalpur. Zunehmend widmete er sich jedoch seinen Reden und Vorträgen, bis er schließlich 1966 seine Professur ganz niederlegte. Unter dem Namen Acharya Rajneesh machte Osho Vortragsreisen durch Indien und leitete mehrmals im Jahr Meditations-Camps. Ab 1964 veröffentlichte das Jivan Jagruti Kendra in Bombay ein vierteljährliches Magazin über Oshos philosophische Vorträge und wurde später auch offizieller Herausgeber seiner Bücher.

Erste Kontroversen

Getreu seiner wohl recht ausgeprägten provokanten Ader hielt Osho 1968 in Indien eine Vortragsreihe, in der er eine freizügigere Einstellung gegenüber Liebe und Sex in der indischen Gesellschaft einforderte – was für erhebliche Kontroversen zwischen den Konservativen und den Anhängern von Osho führte.

Seine Anhänger – die “Neo-Sanyassins“

So sehr Oshos Vorträge kontrovers diskutiert wurden, so sehr wuchs doch seine Anhängerschaft. Ab 1970 begann er, Schüler („Neo-Sanyassins“ oder heute meist einfach kurz „Sanyassins“) zu initiieren. Sie erhielten von ihm einen neuen Namen und trugen bis auf weiteres orange- oder rotfarbene Kleidung und eine Mala (Gebetskette) mit 108 Holzkugeln und seinem Bild. Sowohl Name als auch Kleidung seiner Anhänger sind als Provokation zu verstehen: Die traditionellen und asketischen Sanyassins trugen ebenfalls rote Kleidung und eine Mala und werden in der indischen Bevölkerung als heilig angesehen. Nun lief eine immer größer werdende Schar „falscher“ Sanyassins herum, die den weltlichen Genüssen durchaus zugetan waren, die die Bevölkerung nicht von den „echten“ unterscheiden konnte – kein Wunder, dass dies auf geteilte Ansichten stieß.

Ashram in Poona

Umbenannt in Bhagwan, der „Erleuchtete“ oder der „Gesegnete“, gründete Osho in Poona (heute Pune) einen Ashram. In den 70er Jahren strömten ca. 250.000 intellektuelle Aussteiger insbesondere aus westlichen Ländern nach Poona, um seiner Philosophie, dem Rajneeshismus, zu folgen. Oshos tägliche Vorträge, speziell von ihm entwickelte Meditationstechniken, Selbsterfahrungsgruppen u.v.m. sollte sie zur Selbstfindung führen. Seine provokativen Vorträge und die wohl eher freizügigen Praktiken in den Selbsterfahrungsgruppen erregten internationales Aufsehen, so dass die westliche Presse anfing, von einem „Sex-Guru“ zu berichten – was das Interesse in der westlichen Welt aber wohl eher schürte als erschütterte. In fast allen Ländern der westlichen Welt wurden Niederlassungen der Osho-Bewegung gegründet. Diese bestehen zum Teil heute noch (z.B. Köln, Hamburg).

Oregon – Luxus pur

Ob Osho nun 1981 vor der indischen Steuerfahndung flüchtete oder Poona verließ, weil er nicht wie gewünscht expandieren konnte, hängt von der zu Rate gezogenen Quelle ab. Auf jeden Fall ließ er sich mit seinen Anhängern auf einer Ranch in Oregon, USA, nieder. Aufsehen erregte Osho erneut in den folgenden Jahren aufgrund seiner unverhohlenen Vorliebe für Luxus – in der Spitze umfasste seine Autoflotte 93 Rolls-Royce, mit denen er schon einmal gerne zu Interviews vorfuhr. Allerdings würde er, so betonte Osho, keinen einzigen davon besitzen. Er hätte keinen Cent, alles gehörte der Kommune, die ihm freundlicherweise die Autos zur Verfügung stellen. Er selbst würde alle Einnahmen, die er mit seinen Vorträgen, Büchern und Videos verdient, der Kommune abtreten. Dennoch konnten viele – abgesehen von Oshos Anhängern – spirituelle Erleuchtung und Luxus pur in ihrem Weltbild nicht so recht miteinander vereinigen.

Unklare Umstände

Die harmonische Zeit in der Kommune schien jedoch nicht von Dauer. Unklare Umstände – Streitigkeiten mit seiner Sprecherin Sheela, Verschwörungs- und Vergiftungstheorien durch die US Regierung, Verhaftung wegen Einwanderungsdelikten usw. – führten dazu, dass Osho die USA verließ und schließlich nach Poona zurückkehrte. 1988 erklärte er den Rajneeshismus für tot, wollte nicht mehr Bhagwan genant werden, sondern nahm – da er sich zunehmend mit dem Zen beschäftige – den Namen Osho an, ein respektvolle Anrede, die in Zen-Geschichten auftaucht. Schließlich verstarb er 1990.

Oshos Erbe

Oshos Ashram in Pune hat sich zum Osho International Meditation Resort, einem der populärsten Reiseziele Indiens, entwickelt. Das Meditation Resort empfängt jährlich etwa 200.000 Besucher. Es gibt weiterhin Osho-Zentren in der ganzen Welt, insbesondere in Deutschland, die nach wie vor florieren, auch wenn die Sanyassins längst ihre rote Kluft abgelegt haben. Zudem werden Oshos Vorträge und Initiationsgespräche weltweit vermarktet: alle Vorträge sind aufgezeichnet und als Bücher oder Videos veröffentlicht worden – in allen möglichen Sprachen.

Oshos Methode – durchaus umstritten

Osho war wohl gegen jedes Glaubenssystem. Die Grundlage seiner Lehre ist eine Erfahrungstheologie. Der Weg, selbst zu erfahren und dadurch zu Selbsterkenntnis und Erleuchtung zu gelangen, geht über die Meditation, das Feiern der Liebe und der Kreativität. Dabei habe Osho – so sagen seine Anhänger – eine eher undogmatische und unkonventionelle Einstellung gehabt. Lachen und Humor seien für ihn der höchste spirituelle Wert gewesen, Widersprüche kein Problem, sondern nur einander ergänzende Sichtweisen. Im Grunde sei er auch gegen den Begriff „Philosophie“ gewesen und hätte die Hoffnung ausgesprochen, dass die Widersprüche in seinen Werken es unmöglich machen würden, eine Philosophie daraus zu basteln.

Ehemalige Sanyassins berichten jedoch, dass Osho die völlige Unterordnung unter seinen Willen und die Einhaltung der strengen Kleidungsvorschriften verlangte – und vor allen Dingen die Aufgabe des gesamten bisherigen Lebens. Totale Abhängigkeit sei das Ziel seiner Lehre gewesen. Das wird von Uli Grandtner in seinem Sektenreport (München 1993) bestätigt:

"Die Folgen der praktizierten Lehre des Bhagwan sind psychische Veränderungen ungeheuerlichen Ausmaßes bei den Anhängern. Es gibt ehemalige Sanyassins, die von einem 'Experimentierfeld für Menschenversuche' sprechen. ... Hierbei wird ein Mensch durch völlige Loslösung von seinem bisherigen sozialen Umfeld total verunsichert und bekommt dann von der Sekte eine neue Identität. Dabei entstehen euphorische Gefühle - man gehört ja immerhin zu den vom Guru Erretteten. Oft wird durch Schlafentzug und Ernährungsumstellung die physische Abwehrkraft der Mitglieder soweit gesenkt, dass unabhängiges Denken gar nicht mehr möglich ist. All diese Vorgänge können nach Berichten ehemaliger Sanyassins auch der Bhagwan-Bewegung zugerechnet werden.“  Es gibt sogar ein Urteil des OVG Münster, das die Bezeichnung „destruktiver Kult“ für die Osho-Bewegung als zulässiges Werturteil 1991 bestätigte.

Osho – erleuchtet oder einfach nur clever?

Man weiß es wieder nicht, aber es lässt sich kaum verhehlen, dass eine gewisse Faszination von ihm ausgeht. Osho war auf jeden Fall ein „Provocateur par Excellence“, sozusagen das „Enfant terrible“ der Eso-Szene, der durchaus humorvoll und authentisch zu seinen Schwächen stand.

Quellen:
www.AGPF.de - www.osho.com - www.osho.de - www.oshotimes.de - www.oshouta.de - www.oshoverlag.de - www.religio.de/lex/Daten/B/bhagwan - www.relinfo.ch - www.wikipedia.de - www.sabon.org/oshomobile/index.html

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Am Ende des achtgliedrigen Pfads wartet das Höchste: der Zustand der inneren Freiheit. Patanjalis Yoga-Sutras beschreiben diesen als die vollkommene Verschmelzung mit dem Objekt der Meditation. Das Empfinden für die eigene Identität löst sich auf. Es gibt zahlreiche weitere Umschreibungen für Samadhi: die Erkenntnis des wahren Selbst oder Erleuchtung, die Verschmelzung mit der Welt als Ganzem oder mit etwas Göttlichem. Innere Glückseligkeit, ein Zustand der absoluten Freiheit, der unabhängig von äußeren Umständen ist.

trayamantarangam purvebhyah
Im Vergleich mit den ersten Gliedern des Pfads sind die drei zuletzt genannten schwierig. (Yoga-Sutra 3.7.)

abhyasavairagyabhyam tannirodhah
Durch Üben und durch die Fähigkeit loszulassen, kann der Geist den Zustand von Yoga erreichen und aufrechterhalten. (Yoga-Sutra 1.12.)

 

 
Ähnlich wie in Patanjalis achtgliedrigem Pfad ist Samadhi, die innere Freiheit, auch das Ziel der Hatha-Yoga-Übungen. Die Hatha Yoga Pradipika beschreibt verschiedene Phänomene, die eintreten, wenn der Yogi befreit ist: Er ist „frei von allem Denken... kann Zeit transzendieren... kennt weder Geruch, noch Geschmack, noch Berührung noch Geräusch, noch sich selbst, noch andere... ist weder wach noch schläft er... kennt keine Hitze oder Kälte, Glück oder Unglück... schläft scheinbar im Wachzustand, ohne Ein- und Ausatmung... ist von keiner Waffe oder Macht dieser Welt verletzbar“ (Hatha Yoga Pradipika)

Der Weg ist das Ziel

Diese Ausführungen mögen genügen, um an dieser Stelle deutlich zu machen, dass auch der Weg des Hatha Yoga, ähnlich wie Patanjalis achtgliedriger Pfad, nicht unbedingt für die Ungeduldigen geeignet ist; denn er stellt einen äußerst langwierigen Weg dar, um den Zustand von Samadhi zu erreichen. Dennoch ist jeder einzelne Schritt in seine Richtung dazu geeignet, sich unabhängiger von äußeren Umständen zu machen und immer größere innere Gelassenheit in der Begegnung mit der Welt und all ihren Erscheinungen zu entwickeln.

 


Samyama umfasst die letzten drei Glieder des achtgliedrigen Pfades nach Patanjali, die sich ausschließlich mit dem Geist befassen. Dienen die anderen fünf Glieder des Yoga-Übungspfads dazu, den Geist zu beruhigen und ihn für den Weg zur inneren Befreiung vorzubereiten, dringt Samyama zum Kern vor: der Selbsterkenntnis.

 

Oben

  • Abhinivesha – die diffuse Angst vor Unbekanntem, letztendlich vor dem Tod, eines der fünf → Kleshas
  • Ahimsa – Gewaltlosigkeit, eines der fünf → Yamas
  • Aparigraha – Nicht-Horten, eines der fünf → Yamas
  • Asana – die Körperhaltungen im Yoga, dritte Stufe im → Ashtanga Marga des → Patanjali
  • Ashtanga Marga – der achtgliedrige Yoga-Pfad zur Erkenntnis des → Patanjali
  • Asmita – das übersteigerte Ego, eines der fünf → Kleshas
  • Asteya – Nicht-Stehlen, eines der fünf → Yamas
  • Atman – das göttliche Selbst, in der indischen Philosophie der Wesenskern des Individuums
  • Avidya – Nicht-Wissen bzw. falsches Wissen, eines der fünf → Kleshas
  • Bandha – Verschluss(-technik) im Körper zur Leitung von → Prana
  • Bhagavadgita – wörtl. „Gesang des Erhabenen“, einer der Grundlagentexte der yogischen Weltanschauung – neben den → Yoga-Sutras Patanjalis und der → Hatha Yoga Pradipika –, Teil des → Mahabharata
  • Bhakti Yoga – Yoga der Liebe und der Hingabe, einer der fünf Hauptwege des historischen Yoga
  • Brahma – der Schöpfer, einer der drei wichtigsten indischen Götter – neben → Shiva und → Vishnu
  • Brahmacharya – Maßhalten, eines der fünf → Yamas
  • Brahmanen – Priesterkaste in Indien
  • Chakren – Energiezentren im Körper, denen unterschiedliche Qualitäten und Eigenschaften zugeordnet werden, Teil der Anatomie im → Hatha Yoga
  • Dharana – Konzentration, sechste Stufe im → Ashtanga Marga des Patanjali Dharma – zentraler Begriff der indischen Religion und Philosophie: die Bestimmung des Menschen
  • Dhyana – Meditation, siebte Stufe im → Ashtanga Marga des Patanjali
  • Drishti – wörtl. „Blick“, bezeichnet einen Konzentrationspunkt des Blicks; der innere wie äußere Blick folgt der Bewegung
  • Dvesha – übertriebene Ablehnung, eines der fünf → Kleshas
  • Guru – wörtl. „der aus dem Dunkel ins Licht führt“, Meister, Lehrer
  • Hatha Yoga – Yoga der Körperlichkeit, basiert auf der → Hatha Yoga Pradipika, einer der fünf Hauptwege des historischen Yoga
  • Hatha Yoga Pradipika – Grundlagentext des → Hatha Yoga
  • Ishvara Pranidhana – Vertrauen in eine höhere Kraft, eines der fünf →Niyamas
  • Jnana Yoga – Yoga der Weisheit und des Wissens, einer der fünf Hauptwege des historischen Yoga
  • Karma – Kreislauf von Ursache und Wirkung
  • Karma Yoga – Yoga des selbstlosen Handelns, einer der fünf Hauptwege des historischen Yoga
  • Kleshas – Störfaktoren auf dem Weg zur Erkenntnis
  • Koshas – grob- und feinstoffliche Schichten des Körpers, denen unterschiedliche Ebenen des Bewusstseins zugeordnet werden, Teil der Anatomie im → Hatha Yoga
  • Kundalini – nach tantrischer Lehre die kosmische Energie (→ Shakti), die in jedem Menschen ruht und die es im Yoga zu aktivieren gilt, um sie mit dem göttlichen Bewusstsein (→ Shiva) zu vereinigen
  • Mahabharata – eines der bedeutendsten indischen Erzählwerke (neben dem Ramayana), entstanden um 500 v. Chr., enthält die → Bhagavadgita
  • Mantra – eine Silbe, ein Wort oder Spruch mit tieferer Bedeutung
  • Maya – Illusion, Verschleierung der Wahrnehmung
  • Mudra – Haltung einzelner Körperteile zur Lenkung von → Prana
  • Nadi – Energiekanal im Körper, in dem → Prana zirkuliert, Teil der Anatomie im → Hatha Yoga
  • Nadi Shodhana – Atemübung mit dem Ziel der inneren Reinigung und Harmonisierung der → Nadis
  • Namaste – wörtl. etwa: „Die Göttlichkeit in mir verbeugt sich vor der Göttlichkeit in dir, denn ich weiß, wir sind eins”, Geste der Begrüßung, Verabschiedung, des Dankes oder der Konzentration in einer Asana
  • Niyama – Verhaltenskodex für den Umgang mit sich selbst, zweite Stufe im → Ashtanga Marga des Patanjali
  • Patanjali – Verfasser der Yoga-Sutras, welche die Grundlage des → Raja Yoga – auch klassisches Yoga genannt – bilden (entstanden um 200 v.–200 n. Chr.)
  • Prana – Lebensenergie, zirkuliert in den → Nadis, Teil der Anatomie im → Hatha Yoga
  • Pranayama – Kontrolle und Lenkung der Lebensenergie mittels Atemübungen, vierte Stufe im → Ashtanga Marga des Patanjali
  • Pratyahara – Zurückziehen der Sinne, fünfte Stufe im → Ashtanga Marga des Patanjali
  • Raga – übertriebene Anhaftung, Gier, eines der fünf → Kleshas
  • Raja Yoga – der Königsweg, auch klassisches Yoga genannt, basiert auf Patanjalis → Yoga-Sutras, der Yoga-Weg über den Geist, einer der fünf Hauptwege des historischen Yoga
  • Sadhu – in Indien ein heiliger Weiser, der sich dem religiösen, teilweise streng asketischen Leben verschrieben hat
  • Samadhi – Ziel des Yoga: Zustand der Glückseligkeit, der Einheit, der Erkenntnis, achte Stufe im → Ashtanga Marga des Patanjali
  • Samskara – tiefsitzende Gedankenmuster, Konditionierungen und Gewohnheiten
  • Sanskrit – wörtl.: „zusammengefügt“, Sprache der Veden und der klassischen indischen Kultur
  • Santosha – Zufriedenheit, eines der fünf → Niyamas
  • Sat-Shit-Ananda – wörtl. „Sein-Bewusstsein-Glückseligkeit“ → Samadhi
  • Satya – Wahrhaftigkeit, eines der fünf → Yamas
  • Shakti – kosmische Energie und Kraft im Individuum
  • Shaucha – Reinheit, eines der fünf → Niyamas
  • Shiva – a) kosmisches/göttliches Bewusstsein (als Pendant zu → Shakti, der kosmischen Energie des Individuums), b) der Zerstörer, einer der wichtigsten indischen Götter neben → Vishnu und → Brahma, c) Gott der Yogis
  • Sutra – wörtl. „Leitfaden, Lehrsatz“ in der indischen Literatur, → Yoga-Sutras
  • Svadhyaya – Selbststudium, Selbstreflexion, eines der fünf → Niyamas
  • Swami – (Hindi-)Anrede für einen Gelehrten oder religiösen Lehrer
  • Tantrismus – religiöse Strömung Indiens (seit dem 5. Jh.), welche die Entwicklung des → Hatha Yoga maßgeblich beeinflusst hat
  • Tapas – Selbstdisziplin, eines der fünf→ Niyamas
  • Trimurti – göttliche Dreieinigkeit von → Brahma,  → Vishnu und → Shiva
  • Upanishaden – religiöse und philosophische Grundlagentexte in Sanskrit
  • Veda/Veden – wörtl. „Wissen“, älteste religiöse Grundlagentexte Indiens
  • Vishnu – der Erhalter, einer der drei wichtigsten indischen Götter neben → Shiva und →Brahma
  • Yama – Verhaltenskodex für den Umgang des Menschen mit seiner Umwelt, erste Stufe im → Ashtanga Marga des Patanjali
  • Yoga-Sutras – Grundlagentext des → Raja Yoga, von → Patanjali verfasst
  • Yoga (der) – einer der sechs großen philosophischen Systeme Indiens, Weg zur Erkenntnis
  • Yogi – Yoga-Übender (männlich)
  • Yogini – Yoga-Übende (weiblich)

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Santosha gehört zu den Niyamas, dem 2. Glied des achtgliedrigen Pfads nach Patanjali und bezieht sich darauf, mit dem, was man hat und was man ist, zufrieden zu sein – sei es auf materieller, körperlicher oder intellektueller Ebene. Das setzt voraus, sich selbst und seine persönlichen Umstände zu akzeptieren. Santosha bedeutet jedoch nicht, dass man sich nicht entwickeln und nicht weiter lernen sollte, sondern vielmehr, die innere Zufriedenheit nicht von äußeren Umständen abhängig zu machen.

 


Satya gehört zu den Yamas, dem ersten Glied des achtgliedrigen Pfads nach Patanjali. Hinter Satya verbirgt sich nicht bedingungslose Ehrlichkeit, sondern vielmehr authentisches Verhalten. Es geht darum, nichts vorzugeben, was nicht wahr ist – auch nicht aus falscher Rücksichtnahme. Außerdem meint Satya die Sorgfalt, nicht nur zu bedenken, was, sondern auch wie etwas gesagt wird und welche Konsequenzen die Wahrheit hat. Ziel ist, die Wahrheit so gut es geht zu formulieren, ohne jemandem absichtlich oder unnötig zu schaden.

 


reinigungDie Reinigungsrituale werden ausgeübt, um den physischen Körper und die Energiekanäle, die Nadis, zu reinigen. Sie sind für westliche Übende teilweise recht ungewöhnlich und nur bedingt zur Nachahmung geeignet. Wer sie erlernen möchte, sollte sich von einem Lehrer einführen lassen, der diese Techniken selbst gut beherrscht.

Dhauti: innere Reinigung des Herzraums, des Magens und des Darms
Basti/Vasti: äußerliche Reinigung der Ausscheidungsorgane
Neti: Reinigung der Atemorgane
Trataka: Reinigung der Augen
Nauli: Reinigung der Verdauungsorgane
Kapalabhati: Reinigung des inneren Kopfraums und der Lungen

Es bedarf eines guten Lehrers und viel Übung, Nauli, die Reinigung der Verdauungsorgane, zu lernen. Die Verdauungsorgane werden wie in einer Schleuder im Bauchraum gedreht.

 

 


Saucha gehört zu den Niyamas, dem 2. Glied des achtgliedrigen Pfads nach Patanjali. Auf körperlicher Ebene bedeutet Shaucha nicht nur die übliche tägliche Hygiene, sondern auch die bewusste Ernährung und die Reinhaltung des Körpers durch kontinuierliche Asana-Praxis. Auch die direkte Umgebung, auf die der Yogi Einfluss hat – wie etwa seine Kleidung oder Wohnung, ist davon betroffen. Auf geistiger Ebene bedeutet Shaucha, die Gedanken rein zu halten und von Rücksichtnahme leiten zu lassen.

 


Svadhyaya gehört zu den Niyamas, dem 2. Glied des achtgliedrigen Pfads nach Patanjali. Traditionell bedeutete Svadhyaya das Studium der alten heiligen Schriften, um Selbsterkenntnis zu erlangen. Es benennt aber auch die Fähigkeit, sich und sein Verhalten zu beobachten, zu analysieren und zu reflektieren. Das heißt, sich immer wieder zu fragen, welche Momente das eigene Verhalten beeinflussen, welchen Reiz-Reaktions-Schemata man unterliegt und worin gegebenenfalls die Ursachen dafür liegen.

 


(1887–1963) entwickelte einen Yoga-Stil, der Karma, Jnana, Bhakti und Raja Yoga miteinander vereinte. Mit dieser Kombination können – so Sivananda – alle Herausforderungen des Lebens gemeistert werden. Eine sanfte Asana-Praxis, um den Körper gesund zu halten, gehört ebenso dazu wie Meditation, um den Geist zu beruhigen.

 

 
Tapas gehört zu den Niyamas, dem 2. Glied des achtgliedrigen Pfads nach Patanjali. Die Selbstdisziplin entsteht aus einem „brennenden Verlangen“ (sanskr. tapah: Hitze) und einem inneren Bedürfnis. Dieses brennende Verlangen ist der Treibstoff, der es ermöglicht, mit Ausdauer und Durchhaltevermögen die Anstrengungen auf sich zu nehmen, um auf dem Weg zur Selbsterkenntnis weiterzukommen.

 


Im Verlauf der Jahrtausende haben sich drei große Traditionslinien im Yoga aus unterschiedlichen Grundlagentexten entwickelt:

  1. Der religiös geprägte Yoga basiert auf den Upanishaden, einer Textsammlung aus der Zeit um 800 v. Chr., in der die Essenz der Veden – der alt-indischen Schriften zu Religion und Philosophie – festgehalten, diskutiert und kommentiert wurde. Eine weitere Quelle indischer Weisheit erkennt dem Yoga ebenfalls eine besondere Bedeutung zu: die Bhagavadgita, ein großes Lehrgedicht aus 18 Gesängen im Mahabharata, das – zusammen mit dem Ramayana – den um 500 v. Chr. entstandenen Nationalepos bildet. Diese große Schriftensammlung vermittelt das historische Wissen auf überaus anschauliche Weise.

  2. Der klassisch-philosophische Yoga basiert auf Patanjalis Yoga-Sutras (entstanden in der Zeit 200 v.–200 n. Chr.), die häufig als Grundlagentexte des Yoga schlechthin bezeichnet werden. In diesen Sutras (Leitfäden) wird die Funktionsweise des Geistes beschrieben und ein Weg aufgezeigt, um die Störungen im Geist zu überwinden und zu wahrer Erkenntnis über sich und die Welt zu gelangen.

  3. Der Hatha Yoga hat die Hatha Yoga Pradipika (entstanden 800–1200 n. Chr.) zur Grundlage – gewissermaßen ein Praxishandbuch zu Patanjalis Sutras. In ihr werden Körperpraktiken beschrieben, durch die der Körper als Werkzeug auf dem Weg zur Erkenntnis eingesetzt werden kann.


Auf der Grundlage der Bhagavadgita, der Sutras Patanjalis und der Hatha Yoga Pradipika entwickelten sich die zentralen Konzepte der yogischen Weltanschauung; alle späteren Werke zum Yoga finden hier in der einen oder anderen Weise ihre Wurzeln. Und auch die heutige Yoga-Praxis verbindet häufig eine oder mehrere Traditionslinien.